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Hamburger Stiftung für Migranten verleiht zum achten Mal Stipendien an Auszubildende mit Migrationsbiografie

Zehn Stipendien zum 10. Geburtstag
Jubiläumsfeier der Hamburger Stiftung für Migranten am 12. November 2018 in der Handelskammer Hamburg

Engin Sönmez, Vorsitzender der Stiftung, ging in seiner Begrüßungsrede vor 170 Gästen in der Handelskammer Hamburg auf die Überlegungen bei der Stiftungsgründung ein: „Als kleine Stiftung setzten wir von Anbeginn auf Kooperation und Vernetzung. Heute können wir bilanzieren: Wir sind nicht Teil des Problems, wir sind mit unseren Ideen und unserem Engagement Teil der Lösung für eine bessere berufliche und gesellschaftliche Integration von jungen Menschen.“

  

Dass diese sich tatsächlich langsam bessert, erwähnt die Staatsrätin der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration  Petra Lotzkat in ihrem Grußwort: „Zwischen 2015 und 2017 ist die Ausbildungsquote von jungen Menschen mit Migrationshintergrund von acht auf zehn Prozent gestiegen und rückt demnach nah an die Ausbildungsquote von Menschen ohne Migrationshintergrund.“

 

Vorstandsmitglied Aygül Özkan betonte in ihrer Rede, dass die Stiftung von Anfang an bis heute drei Impulse gebe: für Unternehmen, für die berufliche und soziale Integration von Jugendlichen mit Einwanderungsgeschichte und für zivilgesellschaftliches Engagement. Özkan nahm die Gäste der Jubiläumsfeier mit auf einen Abstecher in die Entstehungsgeschichte der Organisation: „Wir waren Klinkenputzen bei migrantischen Unternehmen, und Initiator Mehmet Keskin hat es vorzüglich verstanden, nie aus den Betrieben rauszugehen, bis er eine Zusage von ihnen hatte, sich finanziell zu beteiligen.“

In Gedenken an Mehmet Keskin wird jedes Jahr das Mehmet Keskin-Stipendium verliehen. Diesmal übergab Vorstandsmitglied Ömer Özgüc die Urkunde an Ghodrat Aria, Azubi zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In seiner Ansprache hob Ömer Özgücdas jahrzehntelange, einzigartig visionäre Engagement von Mehmet Keskin für die berufliche Integration von jungen Menschen mit einer Einwanderungsgeschichte“ hervor. Özgüc: „Mehmet Keskin war ein erfolgreicher Verhandler, ein wahrhafter Anwalt ‚seiner‘ Jugendlichen und ‚seiner‘ politischen Themen. Er hat jungen Menschen eine Bühne geboten und Brücken gebaut.“

Der Stiftung seit vielen Jahren durch ihr persönliches Engagement verbunden sind die Mitglieder vom Lions Club-Moorweide Jürgen Wurst, Dr. Friedrich Oeser und Walter Hurling. Die drei betonten, sie seien beeindruckt von dem Willen und Engagement der jungen Menschen, mit dem diese deutlich machten, dass sie ihre Ausbildung erfolgreich abschließen könnten.

Die ehrenamtliche Geschäftsführerin der Stiftung, Marion Wartumjan, die den Abend moderierte, betonte, dass sich die Unterstützung für das Stipendienprogramm nicht nur auf finanzielle Förderung erstrecke, sondern dass die Mitglieder auch bei den Auswahlgesprächen dabei seien und somit Zeit spendeten. Sie bedankte sich für den Einsatz und dankte im Anschluss auch den größten Förderern des Stipendienprogramms: der Böttcher Stiftung und der DOHLE Stiftung.

   

Zu denen, die ihre Chance genutzt haben, gehört Nashiru Haruna. Der Stipendiat aus dem Jahr 2016 hat im Juni 2018 seine Ausbildung zum Frisör abgeschlossen und inzwischen mit der Meisterschule begonnen. „Wenn du das Ziel im Auge hast, kannst du alles erreichen“, machte Haruna den zehn neuen Stipendiaten Mut. Auch die von Stiftungsmitarbeiterin Behnaz Samadi vorgestellten ehemaligen Stipendiaten Jie Xiao und Karolina Tehei haben mit großem persönlichem Einsatz und mit Unterstützung der Stiftung beruflich schon einiges erreicht: Xiao arbeitet im Flugzeugbau bei Airbus und Tehei ist nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung im Hotelgewerbe in die Immobilienbranche gewechselt.

 

Vielleicht werden die zehn Stipendiaten des Jahres 2019 auch einmal Vorbilder für die neue Generation von Stipendiaten sein. Doch zunächst erhielten sie ihre Urkunden von den Vorstandsmitgliedern Engin Sönmez, Aygül Özkan und Ömer Özgüc.

Die individuell auf jeden Stipendiaten zugeschnittene Unterstützung mit einer Fördersumme in Höhe von 2000 Euro für den Besuch von Kursen und für Einzelförderung soll ihnen helfen, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen.

Eine symbolische Schlüsselübergabe für das neu bei der Stiftung angesiedelte Projekt „Junge Vorbilder“ beendete nach zwei Stunden das pralle Programm.

Nach 14 Jahren beim Träger verikom ist das Mentoringprojekt jetzt bei der Stiftung angesiedelt. Es beinhaltet Einzelmentoring und Lernförderkurse an Schulen. Die Mentoren kommen - wie die Mehrzahl ihrer Mentees - aus Einwandererfamilien. Damit passt das Projekt perfekt zum Profil und zu den Zielen des Jubilars. Das befanden auch viele der Gäste beim anschließenden Umtrunk. Für die Musik an diesem Abend sorgten die A-Capella Band "Joy Voices" und  der Klarinettist "Isa Pini".

 

 

     Joy Voices                                                                      Isa Pini